Kommunikative Körpertherapie, Schmerztherapie, Spannungen abbauen

Das Körperkontrolltraining (KKT)

Aus Sicht der Neurowissenschaften und Hirnforschung werden alle Lebensvorgänge, also Denken, Bewegen, Fühlen, Wahrnehmen sowie alle Organfunktionen des Organismus durch Gehirn und Nervensystem gesteuert. Dabei setzt sich dieses aus vielen „Teilgehirnen“ zusammen, u.a. linke und rechte Hemisphäre, limbisches System, Kleinhirn, Stammhirn, Vegetatives Nervensystem, Rückenmark. Sie alle haben ihre speziellen Aufgaben und Zuständigkeitsbereiche und müssen dabei zu jedem Zeitpunkt aufeinander abgestimmt werden. Um den Großteil dieser Prozesse brauchen wir uns nicht zu kümmern, sie laufen völlig unbewusst und unbemerkt ab, andere können wir bewusst wahrnehmen und beeinflussen und manche müssen wir willentlich initiieren, beenden und gestalten. Funktioniert dieses Zusammenspiel wie vorgesehen in Abstimmung auf die aktuellen Umgebungsbedingungen, sind wir also dabei „im Gleichgewicht“, so gibt es keine Probleme. Dies ist die Basis für Gesundheit.

Dieses Zusammenspiel kann aber aus dem Gleichgewicht geraten. Auf Unfälle, Krankheiten, traumatische Erlebnisse und längerfristige (Stress-)Belastungen reagiert der Organismus mit Spannungsreaktionen. Diese dienen dem Schutz und sind zunächst notwendig. Da Spannungen jedoch immer körperlich (etwa als Schmerz) und psychisch (z.B. als Unruhe und Angst) zum Ausdruck kommen und sich wechselseitig beeinflussen, auslösen und intensivieren, können sie unter Umständen zur Grundlage für die Entstehung komplexer, chronischer körperlicher und psychischer Krankheiten werden.

Aus dieser Perspektive bedeutet Therapie, einem Nervensystem und Gehirn dabei behilflich zu sein, seine unbewusst „fehlgesteuerten“ Spannungsprozesse neu zu organisieren, zu regulieren und aufeinander abzustimmen, um dadurch Krankheiten und Schmerzen die Grundlage zu entziehen und „Selbstheilung“ zu unterstützen.

In der KKT werden dazu viele Techniken aus körper-, psycho- und entspannungstherapeutischen Methoden benutzt, die auf die individuelle Spannungsproblematik des Patienten abgestimmt und kombiniert werden, um seinem Gehirn behilflich zu sein, wieder „ins Gleichgewicht“ zu finden. Das heißt, man „kommuniziert“ mit dem Gehirn des Patienten, informiert es über sein (unbewusstes) Spannungsverhalten und zeigt ihm alternative Möglichkeiten auf. Dazu werden verbale und nonverbale Techniken und Methoden aus Psychotherapie (u.a. Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, Gesprächspsychotherapie, Autogenes Training, Imaginations- und Meditations-Techniken) und Körpertherapie (u.a. Progressive Muskelentspannung, Feldenkrais, Cranio-sacral-Therapie, Funktionelle Entspannung, Yoga, Trager, Glaser, Alexander-Technik) individuell kombiniert und integriert, um in der „individuellen“ Sprache dem Nervensystems des jeweiligen Patienten dabei behilflich zu sein, über bewusstes Tun auch unbewusste Spannung regulieren zu lernen.

Natürlich ist hier eine enge Zusammenarbeit mit der Medizin und anderen Therapien notwendig, speziell um langfristig Lösungen für chronische, lang andauernde Krankheiten zu entwickeln mit dem Ziel der Optimierung und der Minimierung von Medikamenten, Operationen und anderen „mechanischen“ Eingriffen von außen.