Kommunikative Körpertherapie, Schmerztherapie, Spannungen abbauen

Mein Weg als Psychotherapeut

Während meines Psychologie-Studiums an der Universität Regensburg war ich leidenschaftlicher Leichtathlet. Da blieb nicht aus, dass sich „Wehwehchen“ einschlichen, mal der Rücken, mal das Knie schmerzte. Ich erfuhr medizinische Behandlungen – Spritzen, Medikamente, Massagen und Physiotherapie –, die kurzfristig halfen. Bestimmte Schmerzprobleme im unteren Rücken und am rechten Knie wur-den zu treuen Begleitern. Mal waren sie nur leicht spürbar, dann wieder so stark, dass ich nicht mehr laufen konnte. Insgesamt wurden sie „altersbedingt“ jedoch stärker. Von medizinischer Seite gab es nach entsprechenden Untersuchungen Diagnosen wie „Überlastung“, „Abnutzung“, „Verschleiß“ und „Entzündung“ und sogar den Vorschlag einer Knieoperation. Durch psychotherapeutische Ausbildungen zur Schmerz- und Krankheitsbewältigung erkannte ich zwar bei mir selbst den psychischen Anteil meiner Schmerzen (etwa ihre Zunahme in Stresssituationen und bei Angst), ihre Beeinflussung durch psychotherapeutische Techniken jedoch war nicht sehr erfolgreich.

Dann hatte ich ein einschneidendes Erlebnis: im Rahmen einer verhaltenstherapeutischen Weiterbildung zur Schmerzbewältigung wurde die Methode „Bewusstheit durch Bewegung“ nach Feldenkrais vorgestellt. Zu der Zeit hatte ich starke Rückenschmerzen. Während einer Feldenkrais-Übung lag ich auf einer Matte, die Ausbilderin leitete kleine, sanfte Bewegungen an, indem sie wie in der Verhaltenstherapie imaginative Vorstellungen benutzte und Fragen über meine Körperwahrnehmungen, Bilder und Gefühle dabei stellte. Ich beschäftigte mich also während des Bewegens mit meinem subjektiven Körpererleben, mit meinem Schmerz aus der Innensicht. Ich war wie in Trance, in mir tauchten Erinnerungen auf (etwa an einen Unfall), ich erlebte einen Anflug von Angst und plötzlich starke Schmerzen, die vom Rücken ins Knie zogen. Nach weiteren sanften Bewegungen, war ich am Ende der Übung absolut schmerzfrei, mein Rücken fühlte sich lebendig an. Vor allem hatte ich von da an ein „anderes Rückengefühl“ und „verstand“ meinen Rücken und meinen Schmerz als Signal, mit dem mich mein Körper auf mein eigenes Stress- und Spannungsverhalten im Zusammenhang mit körperlichen und psychischen Belastungen hinweisen möchte. Dieses Gefühl hielt noch einige Zeit an und mein Rücken hatte eine Idee davon erhalten, Spannung und Schmerzen loszulassen.

Hier begann eine Reise, die bis heute andauert. Ich lernte viele Methoden aus Körperarbeit und Körpertherapie kennen und arbeitete mit Universitäten und Kliniken an ihrer Integration in die Psychotherapie auf der Grundlage von Erkenntnissen aus Hirnforschung und Neurowissenschaften. Hier zeigen modernen Messmethoden was man schon immer weiß: Dass Körper und Psyche nicht zwei irgendwie miteinander verbundenen Dinge sind, sondern letztendlich die zwei Seiten einer Medaille. Keine kann ohne die andere existieren. Das heißt körperliche Vorgänge wie Muskel- und Drüsenaktivität und damit Bewegung, Haltung und Organfunktionen werden durch dieselben bio-elektrischen Prozesse in Gehirn und Nervensystem gesteuert wie psychische Erscheinungen, also Gedanken, Gefühlen und Wahrnehmungen. Mit anderen Worten: jeder körperliche Vorgang ist ein psychischer, psychische Erscheinungen existieren auf der Grundlage und eingebettet in körperliche Prozesse und über die Behandlung des Körpers verändert man die Psyche.

Was also liegt näher als therapeutisch gleichzeitig bewusst auf beiden Ebenen zu arbeiten, um einem Patienten wirklich helfen zu können? So entstand die Kommunikative Körpertherapie (KKT), mit der ich seit nunmehr fast 30 Jahren, davon 18 Jahre in eigener Praxis arbeite und Menschen mit chronischen Krankheiten und Schmerzen sowie psycho-somatischen Problemen behandle.